Hoaxes, Kettenbriefe und Mail-Betrug

Wir kennen sie alle, Warnungen, die uns per E-Mail oder Textnachricht erreichen. Es handelt sich dabei meist um sogenannte Hoaxes (engl. hoax, altengl. hocus: Scherz, Falschmeldungen) in denen vor (angeblichen) Viren[1] gewarnt wird. Im guten Glauben werden diese Warnungen an Freunde und Bekannte weitergeleitet, um diese vor einer angeblichen Gefahr zu warnen und werden somit immer weiter verbreitet. Dabei handelt es sich bei Hoaxes lediglich um Falschnachrichten, die mit der Absicht, sich viral zu verbreiten, im Internet in Umlauf gebracht werden.

Ebenso verhält es sich mit anderen Falschmeldungen, die in Form von Kettenbriefen die Runde machen, seit einiger Zeit zunehmend auch über Instand Messenger und soziale Netzwerke. Dem Leser wird suggeriert, dass er die Nachricht an eine bestimmte Anzahl von Personen weiterleiten muss, da sonst „schlimme Dinge“ geschehen. Kettenbriefe werden zum Beispiel als vermeintliche Gewinnspiele, Tränendrüsen-Briefe, sinnlose E-Petitionen, Urban Legends, Verschwörungstheorien oder Glücksbriefe in Umlauf gebracht. Auch in Glücksbriefen, die vermeintlich positiv sein sollen, wird vermittelt, dass es Unglück bringt, diese nicht weiterzuleiten. Da in vielen Kettenbriefen auch verlangt wird, dem Absender zu antworten, um ihm zu zeigen, dass man ihn gern hat, wird unter Kindern und Jugendlichen damit oft auch die Beliebtheit getestet. So entsteht zusätzlich ein sozialer Druck, auf die Nachricht zu reagieren.

Neben inhaltlich harmlosen Hoaxes und Kettenbriefen kursieren auch beängstigende, wie das WhatsApp-Phänomen „Momo“, und verunsichern Kinder, Jugendliche und Erwachsene. Dabei werden WhatsApp Nutzer von einem unbekannten Account angeschrieben, dessen Profilbild einen entstellten, jungen Menschen zeigt. Die Nachrichten enthalten u.a. auch verstörende Videos. Wie bei Hoaxes und Kettenbriefen üblich, wird der Leser dazu aufgefordert, die Nachrichten weiterzuleiten, da sonst „schlimme Dinge“ geschehen werden. Der Adressat droht gar damit andernfalls nachts aufzutauchen. Keinesfalls sollte auf solche Nachrichten geantwortet werden.

In einem Artikel liefert der Münchner Merkur ausführliche Informationen über das WhatsApp-Phänomen „Momo“: https://www.merkur.de/multimedia/horror-profil-momo-bei-whatsapp-aengstigt-schueler-ministerium-warnt-zr-10059888.html

Diese Falschmeldungen verunsichern und verängstigen, weshalb gerade Eltern wissen sollten, wie sie ihre Kinder davor schützen, bzw. ihnen Sicherheit im Umgang mit Medien (Hoaxes und Kettenbriefen) vermitteln können.

Tipps für Eltern, Lehr- und Erziehungskräfte:

  • Kinder darauf anzusprechen, ob sie verdächtige Nachrichten erhalten haben.

  • Ängste ernst nehmen und darauf eingehen.

  • Auf solche Nachrichten nicht reagieren und den Absender keinesfalls unter den Kontakten speichern.

  • Den Kontakt „blockieren“ und „melden“.

  • Die Nachricht umgehend löschen.

  • Kinder über die Dynamik von Kettenbriefe aufklären.

  • Sie ermutigen, nicht auf Kettenbriefe zu reagieren. Es kann nichts Schlimmes geschehen.

  • Üben Sie anhand von Beispielen, welche Kettenbriefe harmlos sind und welche sofort gelöscht werde sollten (Kettenbrief-Quiz).

  • Um einen Hoax als solchen zu entlarven, hilft es, Auszüge aus der Nachricht in einer Suchmaschine einzugeben, oder in einer Hoax-Liste nachzusehen.

  • Freunde direkt ansprechen, die einem einen Kettenbrief gesendet haben und ihnen vermitteln, dass man sie trotzdem mag, auch wenn man die Nachricht nicht zurücksendet.

 

Auf folgenden Internetseiten können Sie sich ausführlich über diese Themen informieren:

Kettenbrief-Quiz von Saferinternet.at:

https://www.qzzr.com/c/quiz/459148/kettenbrief-quiz-von-saferinternet-at

Hoaxes und Kettenbriefe:

http://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/

Internetseite klicksafe:

https://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/whatsapp/kettenbriefe-in-whatsapp/

https://www.klicksafe.de/themen/kommunizieren/whatsapp/kettenbriefe-in-whatsapp/tipps-zum-umgang-mit-kettenbriefen/

Internetseite SCHAU HIN Was Dein Kind mit Medien macht:

https://www.schau-hin.info/

Hoax-Liste:

http://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/hoaxlist.shtml

Melden von Hoaxes und Kettenbriefen:

http://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/hoax/melden.shtml

Virenschutz als Vorsorge:

http://hoax-info.tubit.tu-berlin.de/virus/avprev.shtml

Hinweise zur Nutzung von sozialen Netzwerken durch Kinder und Jugendliche:

https://dsgvo-gesetz.de/art-8-dsgvo/

https://www.schau-hin.info/artikel/ab-welchem-alter-instagram-youtube-und-co/


[1] Virenwarnungen werden generell nicht als Kettenbriefe versendet, das sind alles Hoaxes. Vorsicht vor Viren, E-Mail-Würmern oder Trojanern ist jedoch bei Dateianhängen und Links in E-Mails geboten. Diese nicht öffnen, wenn man den Absender nicht kennt. Ein prüfender Blick auf die E-Mailadresse des Absenders lohnt sich, da oft ein Name aus den eigenen Kontakten verwendet wird und erst an der E-Mailadresse zu erkennen ist, ob es sich wirklich um den eigenen Kontakt handelt.