K.I.D.S. München

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Trommelnd Afrika erkunden, malerisch auf Entdeckungsreise gehen oder zaubernd der Welt entfliehen – K.I.D.S. München trägt Kreativität in die Schulen

Zaubern, rhythmisches Rappen, Capoeira, Theater spielen, Graffiti auf schulischen Wänden – all das bietet K.I.D.S. München, ein Projekt der Fachabteilung 4 des Referats für Bildung und Sport,  teilnehmenden Schulklassen. Das Projekt „Kreativität in die Schule“, kurz K.I.D.S., hat sich zum Ziel gesetzt, das Energiepotenzial von Kindern und Jugendlichen an Grund-, Mittelschulen und Förderzentren zu kanalisieren und in eine kreative Richtung zu lenken. Rund 35 Münchner Schulen schaffen derzeit für ihre Schülerinnen und Schüler die Möglichkeit, zusammen mit externen Künstlerinnen und Künstlern im Unterricht auf kreative Entdeckungsreise zu gehen, zum Beispiel durch Kurse für Malerei, Einradfahren, Siebdruck, Tanz, Improvisationstheater, Zaubern, Capoeira, Videofilmen und Reliefkunst.

Viele der am K.I.D.S.-Projekt beteiligten Schulen sind in sozialen Brennpunkten, in denen ein hoher Anteil der Schülerinnen und Schüler Migrationshintergrund aufweist. In den K.I.D.S.-Kursen finden diese Kinder und Jugendlichen Gelegenheit, ihre kulturspezifischen Erfahrungen in die Projektarbeit einzubringen. Dabei verständigen sie sich untereinander über die gemeinsame  „Sprache“ der Kreativität. Die jungen Menschen erleben auf diese Weise eine Aufwertung ihres Selbstwertgefühls, was oftmals mit einer höheren Wertschätzung von Mitschülerinnen und Mitschülern und Lehrkräften einhergeht.

Vom Ziel der Multikulturalität ist ebenso die Auswahl der Künstlerinnen und Künstler und deren Kursangebot geprägt. Aus dem Ausland stammende Künstlerinnen und Künstler sollen durch K.I.D.S. die Chance erhalten, in Deutschland beruflich Fuß zu fassen. Gleichzeitig will K.I.D.S. durch ein von internationalen Einflüssen geprägtes Repertoire an Kursen dazu beitragen, den kulturellen Erfahrungshorizont zu erweitern: Die Kinder und Jugendlichen weilen beim Mundharmonika-Spiel in der Tradition hiesiger Gefilde, nähern sich bauchtanzend der orientalischen Welt an, begeben sich trommelnd auf eine Klangreise nach Afrika und fühlen sich mit dem Zirkus-Workshop wie auf einer Welttournee. Insbesondere aber auch durch bildende Künste sollen den Kindern und Jugendlichen neue Welten eröffnet werden.

Das Projekt K.I.D.S. wurde im Jahr 1990 von Hiltrud Kagerer an einer Berliner Hauptschule ins Leben gerufen. Die Lehrerin und Psychotherapeutin sah im kreativen Arbeiten eine Möglichkeit, Vorurteilen und Ängsten gegenüber dem Fremden zu begegnen. Ihre Projektidee wurde 1995 von der Ausländerinnenbeauftragten der Stadt München und vom Sachbereich "Erziehung gegen Rassismus" am Pädagogischen Institut als das eigenständige Projekt K.I.D.S. München etabliert, was damals nur dank des Sponsorings durch die Lichterkette e. V. und Siemens AG möglich wurde.

Seit 2001/02 führt die Fachabteilung 4 des Referats für Bildung und Sport K.I.D.S. München im Auftrag des Münchner Stadtrats durch. K.I.D.S. München will nachhaltig wirken. In der Regel ist die Projektarbeit auf 10 Doppelstunden ausgerichtet und verteilt sich über mehrere Monate. Kreative Träume sollen durch regelmäßiges Arbeiten im Alltag der Kinder und Jugendlichen real werden.

Während die Künstlerin oder der Künstler unterrichtet, schlüpft auch die Lehrkraft in die Rolle einer Schülerin oder eines Schülers und wirkt aktiv bei der Projektumsetzung mit. Die 9-jährige Ivana, Schülerin an der Grundschule an der Ichostraße, kommentierte die Arbeit mit Knetfiguren unter Anleitung der Künstlerin Tina Griffith: „Wenn man das alleine machen würde, wäre es nicht so toll. Aber dadurch, dass jeder seine eigene Phantasie einbringt, entsteht etwas viel Interessanteres!“ Genau das will K.I.D.S. erreichen. Unterschiedliche Erfahrungen ergänzen sich zu einem gemeinsamen Erlebnis.