Medienkompetenz


Was ist Medienkompetenz?

Die Definition Medienkompetenz von Dieter Baacke aus den 1990er Jahren inspiriert bis heute die Medienpädagogik und Medienpädagog_innen und hat an Gültigkeit nicht verloren. Er gliederte den Begriff in vier Dimensionen:

  • Medienkritik: Natürlich können jüngere Kinder noch nicht differenzierte Medienentwicklungsprozesse verstehen. Aber sie können sich z.B. altersgerecht bereits mit  Werbung in ihrer geliebten App, Internetseite oder Fernsehsendung auseinandersetzen
  • Medienkunde: Wie entstehen denn Medieninhalte? Wie kann ich ein Medium für meine Zwecke nutzen? Wie kann ich die Medien/Geräte bedienen, z.B. eine Internetseite suchen, die App öffnen?
  • Mediennutzung: Wie nutze ich ein Medium sinnvoll für mich? Wie verarbeite ich Inhalte von Texten, Filmen, Computerspielen? Welche interaktiven Formen kann ich nutzen?
  • Mediengestaltung: Medien aktiv und kreativ nutzen, z.B. eine Geschichte als Hörspiel, Fotocollage oder Video erzählen

Je älter Kinder werden, sollen sie nach diesen Dimensionen auch mehr und mehr befähigt werden, Medien als Mittel zur aktiven Auseinandersetzung mit ihrer eigenen Lebenswelt, zur Partizipation am gesellschaftliche und sozialen Umfeld und zur Veröffentlichung ihrer Sichtweisen und Meinungen einzusetzen.

Ausführlich ist Baackes Definition von Medienkompetenz nachzulesen bei:

Wie kann Medienkompetenz gefördert werden?

Die Förderung von Medienkompetenz ist in engem Bezug zum Alter und zum Entwicklungsstand der Kinder zu betrachten. Eine alters- und entwicklungsgemäße Förderung von Medienkompetenz muss daher den Medienumgang der Kinder in der jeweiligen Altersstufe berücksichtigen. Wenn Kinder einmal fähig sein sollen, ihre Medienwelt und ihr gesellschaftliches Umfeld mitzugestalten, dann ist es wichtig, ihr Medienhandeln von Anfang an zu begleiten und angemessen zu fördern. Von großer Bedeutung ist dabei auch, dass pädagogisch Verantwortliche mit viel Sensibilität für die individuellen Bedürfnisse der Kinder herangehen, z.B. bei Spiel-Konsolen und Online-Communities.

Was kann man also in der Kindertageseinrichtung für medienkompetente Kinder tun?

  • Zu allererst sollte man als pädagogische_r Mitarbeiter_in selbst medienkompetent und medienpädagogisch kompetent sein. Dazu mehr auf der Seite zur Medienpädagogischen Kompetenz
  • Medienkompetenz als kooperative Erziehungsaufgabe verstehen: mit den Eltern zusammenarbeiten; ein offenes Ohr bei Verunsicherung zum Medienkonsum des Kindes haben, Empfehlungen geben, Elternabende zum Thema organisieren
  • Medien sinnvoll zur Rezeption einsetzen, z.B. Bücher, Bilderbuchkino, Hörspiele...
  • Medien und ihre Inhalte zum Thema machen - das Erlebte verarbeiten lassen; auf das Mitteilungsbedürfnis eingehen; problematische Themen und Verhaltensweisen aufgreifen, ohne die Faszination und Freude an den Medien zu verurteilen; Medien durchschauen helfen;
  • Medien als Bildungsmaterial bereit stellen; z.B. gibt es viele empfehlenswerte PC-Lernspiele, Hörspiele oder Apps zu Sachgeschichten, Schreiben-, Rechnen-, Lesenlernen
  • Medien zur Sensibilisierung der Sinne einsetzen, z.B. Zuhörförderung
  • Wohl das effektivste Instrument zur Medienkompetenzförderung ist die aktive und kreative Medienerstellung: z.B. Fotos, Ton- und Filmaufnahmen

Konkrete Beispiele und Projekterfahrungen finden Sie auf den Praxis-Seiten