Praxis


Im Praxisteil finden Sie Beispiele aus der Praxis mit methodischen und didaktischen Erläuterungen zu Durchführung.

Oft denken Pädagoginnen und Pädagogen bei Medienpädagogik an Tablet und Beamer. Aber Pädagogik, die sich mit Medienerlebnissen von Kindern beschäftigt, benötigt nicht zwingend eine technische Ausstattung. Um Kinder in ihrer Entwicklung zur Medienkompetenz zu unterstützen, ist die Nutzung von aktuellen Medien jedoch unumgänglich, da zur Medienkompetenz auch die Anwendungskompetenz gehört. Die Technik ist dennoch nur ein Werkzeug, um den pädagogischen Auftrag zu erfüllen.

Aus diesem Ansatz heraus sind die Praxisbeispiele nach der Angebotsart geordnet. Selbstverständlich wird innerhalb der Erläuterungen zur Durchführung auf die technischen Aspekte eingegangen.
Einzig die Arbeit mit dem Tablet wird aufgrund der umfangreichen Einsatzmöglichkeiten in allen Sparten der Pädagogik in einem eigenen Bereich aufgezeigt. Auf der Tablet-Seite finden Sie auch eine Erklärung zu besonders oft genutzten Apps. Auf den Seiten wird der Begriff "Medien" stellvertretend für alle elektronischen Geräte verwendet, die digitale Informationen verarbeiten. Bücher und andere Printmedien werden konkret benannt.

Und nicht immer ist der Einsatz von Technik notwendig, um ein medienpädagogisches Angebot durchzuführen.

Viele Angebote könnten in allen Bereichen stehen. Wenn Sie z.B. mit Kindern im Rahmen der Verkehrserziehung Dinge im Umfeld der Einrichtung fotografieren, die rot, gelb und grün sind, um daraus im Anschluss eine Collage und ein Memory zu erstellen und die Fotos mit dem Beamer an die Wand werfen, ist das ein medienpädagogisches Angebot. Da wir die Angebote nach dem pädadogischen Auftrag geordnet haben, finden Sie dieses Angebot im Bereich "Bewegung, Draußen, Verkehrserziehung".

Bereiche:

Die noch nicht verlinkten Bereiche werden gerade bearbeitet. Wir würden uns freuen, Praxisbeispiel aus Ihrer Einrichtung hier mit aufnehmen zu können. Bitte wenden Sie sich dafür an joe.henselatmuenchen.de


Medienpädagogik ohne Technik

Medienpädagogik fängt bereits an, wenn Kinder über Medienerlebnisse erzählen und die Pädagogin / der Pädagoge dem Erzählten wertfrei zuhört und z.B. Fragen nach der Motivation des Kinders für die Medienerfahrung stellt. Wenn Erwachsene damit aufhören, bei Berichten von Kindern über "Prinzessin Lillifee" oder "StarWars the clone wars" den Kindern ein "Zuviel an Fernsehen" zu bescheinigen, haben Kinder die Möglichkeit ihre Erfahrungen zu erzählen und auch zukünftig offen über TV-Erlebnisse zu berichten. Die Aufgabe der pädagogisch Verantwortlichen ist es, das Interesse des Kindes am Inhalt wahrzunehmen, es beim Konsum zu begleiten (direkt oder indirekt) und dem Kind Angebote zu unterbreiten, das digitale Erlebnis in analogen Handlungen (z.B. beim Basteln, durch Verkleidungen und Rollenspiele oder im Garten) zu verarbeiten.

Konkretes Praxisbeispiele

"Der Minecraft Apfel"

Während des Obstschneidens für einen Obstsalat, schneidet ein Kind einen Quader, der das Kerngehäuse beinhaltet, hält diesen hoch und benennt ihn als "Minecraftapfel".
Aus diesem Impuls entwickelt sich ein reger Austausch über verschiedenste Spielerfahrungen. Zudem berichten Kinder über ihre Erfolge beim Kampf gegen die Zombis und erzählen über Vor- und Nachteile bestimmter Gebäudeformen. Der Vorteil für die pädagogische Fachkraft ist, dass sie keine Kenntnisse über die Minecraft-Welt benötigt, da die Kinder ein beachtliches Detailwissen haben und dieses gerne kund tun.
Um nun wertschätzend die digitalen Erlebnisse in eine analoge Bearbeitungsform umzusetzen, kann man mit den Kindern "Minecraftmasken" basteln. Als Vorlage können die Kinder von zu Hause Bücher und Zeitschriften mitbringen. Die Vorlage für eine Minecraftmaske können Sie hier downloaden. Drucken Sie das Dokument fünfmal seitenfüllend bzw. ohne Anpassung auf die Seite auf DIN A4 (mindestens 180g Karton) aus. Zum Zusammenbau benötigen Sie nur Klebstoff. Schneiden Sie zwei Vierecke als Augen aus. Welche das sind, hängt von der Figur ab, die gemalt werden soll und von der Höhe der Augen des Kindes.
Beim Anmalen empfiehlt es sich, zuerst alle Flächen mit einer hellen Farbe anzumalen und anschließend nach und nach die Quadrate mit dunkleren Farbtönen zu füllen. Nach dem Trocknen kann man die Maske noch mit einem Klarlack ansprühen.
Nun wird alles zu einem Würfel, bei dem der Boden fehlt, zusammengeklebt.
Damit die Maske besser hält, empfiehlt es sich, ein quadratisches Stück doppelseitiges Klebeband in die Mitte des oberen Quadrates (Deckel) zu kleben.
Weiterführend kann ein Minecrafttanz zum Lied "Im Friends with a Creeper" (Link zum YouTubeVideo) von den Kindern aufgeführt werden.

"Kleidung mit Aufdrucken"

Aufdrucke auf Kleidung, Schuhen und Modeaccessoires begleiten Kinder von frühester Kindheit an. Ein Verbot zum Tragen solcher Kleidung ist sicherlich nicht der richtige Weg. Nimmt man die Inhalte als Ausdruck kindlichen Interesses, dann eröffnen sich durch den anderen Blick neue Möglichkeiten, um mit der Vielzahl an Prinzessinnen und Prinzen, Superheldinnen und Superhelden, Comicfiguren, Fortbewegungsmitteln von dieser und anderen Welten, knuddeligen und wilden Tieren aus vergangener und heutiger Zeit umzugehen. Neben Gesprächen über das, was Kinder daran so fasziniert, kann man auch über die Dinge sprechen, die den Kindern Angst machen. Kinder können zusammen mit ihren Eltern zu Hause einmal zählen, wie viele Gegenstände sie besitzen, auf denen das Motiv oder Thema vorkommt. Die Ergebnisse sollten anonymisiert dokumentiert werden. Lassen Sie sich z.B. die Zahl auf einen Zettel, den Sie in einem Briefumschlag den Eltern aushändigen, geben. Auf dem Plakat, das Sie zur Dokumentation und zur Darstellung Ihrer medienpädagogischen Arbeit für die Eltern aufhängen, notieren Sie die niedrigste, die höchste und die durchschnittliche Menge an Gegenständen. Nutzen Sie nicht nur die Inhalte, sondern auch den Stil der Darstellung. Inspiriert durch das nebenstehende Bild könnten Sie mit den Kindern Bilder gestalten, die nur Schwarz- bzw. Grautöne und eine bunte Farbe beinhalten.Stellen Sie im Garten Materialien zur Verfügung, mit denen die Kinder das im TV Gesehene nachspielen können. Sowohl das Prinzesinnenschloss als auch der Kampfjet sollten nachspielbar sein. Bedenken Sie hierbei, dass im Rahmen der gendergerechten Angebote jedem Kind die Möglichkeit gegeben wird, alle Rollen auszuprobieren. Lassen Sie sich auf die Kreativität der Kinder ein und seien Sie auch Vorbild. Beschützen Sie mit dem Laserschwert und verzaubern Sie mit Feenstaub.