Theoretische Grundlagen der Medienpädagogik


    Medienpädagogik in Kindertageseinrichtungen ist mehr als der Einsatz von digitalen Medien. Es geht vielmehr darum, die mediale Lebenswelt der Kinder wahrzunehmen und sich mit dieser aktiv auseinander zu setzen und Kinder bei der Nutzung von Medien und der Verarbeitung der Medieneindrücke zu begleiten.

    Bei aller Technik geht es in der Medienpädagogik und im Medienkompetenzerwerb auch darum, Kindern die Werte und Normen unserer Gesellschaft zu vermitteln und sie anzuregen, diese Werte weiter zu entwickeln. Kinder haben heute einen wesentlich größeren Einblick in die Geschehnisse unserer Welt - Nachrichten im Radio und TV, Werbung überall, Musikvideos auf Youtube, als noch vor 20 Jahren. Die Kinder orientieren sich an den Inhalten und entwickeln daraus ihren Blick auf die Welt. Sie dabei zu begleiten ist Aufgabe der Medienpädagogik.

    Somit ist Medienpädagogik nicht nur eine Frage der Methoden und Didaktik, sondern vor allem eine Frage danach, welches "Bild vom Kind" unserem pädagogischen Handeln zu Grunde liegt.

    Auf dieser Seite finden Sie einen Überblick über die aktuellen Medienerfahrungen von Kindern und auf weiteren Seiten:


    Medienerfahrungen von Kindern

    Im schnelllebigen Alltag der pädagogischen Fachkräfte orientieren wir uns oft am Negativen. Wir machen unsere medienpädagogischen Ziele daran fest, dass 2-Jährige in der U-Bahn ein Video ansehen, dass 5-Jährige alleine das Tablet benutzen , dass 8-Jährige den Sonntag Nachmittag auf YouTube "verbringen" und dass 12-Jährige ihr Leben auf younow präsentieren.

    Aber all dies hat auch positive Aspekte, die beim entsprechenden positiv besetzten Bild des Kindes mehr wirken als die (angenommenen) negativen Auswirkungen des Medienkonsums.

    Im Folgenden lesen Sie eine großzügig unterteilte, nicht abschließende Aufstellung der Mediennutzung nach Altersstufen:

    U3-Kinder (Kinderkrippenalter)

    - Bereits Krippenkinder haben diverse Medienerfahrungen (analoge und digitale).

    - 2-Jährige schauen zur Beruhigung in der U-Bahn ein Video oder wischen durch das Fotoalbum.

    - Eltern zeigen ihren Kindern auf YouTube „Lernvideos“ (z.B. tinybucher).

    - Firmen liefern Zubehör, das Smartphones und Tablets „kindersicher“ macht.

    - Apps für Kleinkinder sind meist reduziert, gemalt, bunt, ruhig und mit wenigen Funktionen ausgestattet.

    - Eltern bieten z.B. durch ständiges Fotografieren mit dem Smartphone oder durch das Nutzen von Messengern ein „Medien“-Vorbild.


    3- bis 5-jährige Kinder (Kindergartenalter)

    - Analoges Vorlesen durch Mama und Papa ist immer noch wichtig.

    - Kindergartenkinder bedienen Medien oft unbekümmerter und intuitiver als ihre Eltern/ andere Erwachsene.

    - Kinder bestimmen zunehmend die Art und den Inhalt des Medienkonsums.

    - Kinder nutzen mit höherem Alter Medien immer eigenständiger und immer öfter alleine.

    - Kinder nutzen Apps, die Themen ihrer Lebenswelt aufgreifen (Bauernhof, Walt Disney,...), es werden Entdecker-Apps ausprobiert.


    6- bis 9-jährige Kinder (Kindergarten-Grundschulalter)

    - „Vorschul“-Apps, Lernapps, Wissensapps werden genutzt.

    - Konsum von Web 2.0 Medien (YouTube, Facebook) steigt mit zunehmendem Alter (z.B. die Lochis).

    - Bücher sind immer noch sehr interessant und werden gezielt als Wissenserweiterung genutzt (z.B. minecraft Bücher).

    - Der Besitz digitaler Medien und deren Inhalte wird zunehmend wichtig für den Status innerhalb der Peergroup.

    - Kinder sind bei der Nutzung vermehrt auf sich allein gestellt und nutzen gelegentlich den Kontrollverlust der Eltern aus.

    - Kinder sehen sich zunehmend durch Eltern dazu gezwungen z.B. ein Handy/ Smartphone mit sich zu tragen.

    - Kinder werden durch Werbung und die Eltern dazu angeregt, Lernhilfe durch Apps in Anspruch zu nehmen.

    - Kinder erhalten "Medienverbot" als Strafe.

     

    9- bis 12-jährige Kinder (Grundschulalter / weiterführende Schule)

    - Zeitintensive Nutzung verschiedener Medien (1 - 4 Stunden am Tag) (auch gleichzeitig TV und Smartphone).

    - Kinder halten soziale Kontakte über Medien aufrecht.

    - Kinder haben an Web 2.0 Anwendungen (z.B. eigene Videos auf YouTube hochladen, eigene Facebookseite, younow (passiv und aktiv)) großes Interesse.

    - Sie probieren eine Änderung ihrer Rolle vom reinen Konsumenten zur aktiven Mitgestalterin/ zum aktiven Mitgestalter aus.

    - Die Anforderungen an Qualität und Möglichkeiten der Technik steigen.

    - Kinder werden mit ersten Rechtsvorschriften / -verstößen (Persönlichkeits-, Urheberrecht) konfrontiert.

     

    Wie soll man damit umgehen? Das erfahren Sie auf den Seiten Medienkompetenz und Medienpädagogische Kompetenz.