Unterrichtsideen

Hier finden Lehrkräfte eine Auswahl an Unterrichtsideen, die sie in ihrem Unterricht umsetzen können. Gerne nehmen wir auch Ihre Anregungen hier auf. Wenn Sie weitere Ideen und Tipps haben, wenden Sie sich gerne an das Redaktionsteam über "Kontakt" in der Fußzeile.

 

Neu:

Linkliste für Ü-Klassen (Unterricht mit Geflüchteten)

Medienbildung an Beruflichen Schulen

 

Neu:

Louise's Teaching Tips

In loser Folge finden Sie hier regelmäßig ganz konkrete Materialien zum Unterrichten der modernen Fremdsprachen mit Medien, insbesondere für Englisch. Zu tagesaktuellen Themen betreibt die Autorin Louise Carleton-Gertsch auch einen Blog (http://www.lcg-media.de/blog/), in dem sie Anregungen gibt. Sollten Sie das Material als (weiterbearbeitbares) Word-Dokument haben wollen, dann schreiben Sie uns bitte.

 

Weitere konkrete Unterrichtsbeispiele und -ideen:


Newsgames im Unterricht

Newsgames sind meist onlinebasierte Spiele, die auf ganz eindrückliche Art aktuelle und gesellschaftlich relevante Themen aufarbeiten. Durch ihr in der Regel einfaches Design (Text, Fotos, manchmal Videos) lenken sie nicht vom Thema ab, bieten Hintergrundmaterial und schaffen es auf ganz eigentümliche Weise, Kinder, Jugendliche und Erwachsene zu sensibilisieren. Dabei werfen sie ethische Fragen auf, denen sich der Spielende nicht entziehen kann, weil er im Verlauf des Games immer wieder Entscheidungen zu treffen hat: Soll ich schießen, um selbst frei zu kommen? Soll ich einen Fremden opfern, um meine Familie zu retten? Kann ich jemanden bestehlen, um meine Flucht fortzusetzen?

Durch digital aufbereitete rhetorische Mittel werden Konstruktionen an die Spieler weitergegeben, die reelle Gegenstände fiktiv darstellen. Die häufig sehr vereinfachte grafische und auditive Darstellung lässt den Spieler seine volle Aufmerksamkeit auf die Inhalte des Spiels lenken.

Das Besondere an einem Newsgame ist nicht der Spaß, sondern das Ziel, den Spieler durch die häufig monoton und eintönig dargestellten Spielinhalte mit einem unguten Gefühl zu entlassen. Dieses Ziel ist deshalb so wichtig, weil durch die gewählten Themen eine hohe Emotionalisierung erfahren wird, die den Spieler dazu bringen soll, starke Meinungen zum Thema zu bilden, wie es nach dem Konsum
von anderen journalistischen Medien geschehen würde. Es wird gleichzeitig Wissen aufgenommen und der Spieler gegenüber schwierigen in der Gesellschaft verankerten Themen sensibilisiert.

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Du und das Internet

"Du und das Internet" ist ein Projekt für Kinder und Jugendliche. Deren Nutzung der digitalen Medien findet zum größten Teil in der Freizeit statt. Sie sind die "digital Natives", sie bewegen sich in den "virtuellen Welten" ganz selbstverständlich und haben viel Spaß dabei. Der soll ihnen natürlich auch nicht genommen werden. Außerdem sind die Potenziale der digitalen Medien in Bezug auf Bildung, Partizipation, Integration, um nur einige zu nennen, sehr hoch. Demgegenüber stehen jedoch auch bedenkliches Nutzungsverhalten und Risiken bei der Nutzung des Internets und Co.

Hier sind die Erziehungs- und Bildungsverantwortlichen gefragt, die das richtige Verhalten im Netz bei ihrer Arbeit zum Thema machen müssen. Mit dem Projekt "Du und das Internet" werden den pädagogischen Kräften an Schulen und außerschulischen Einrichtungen der Kinder- und Jugendbildung Materialien an die Hand gegeben, die sie bei dieser Aufgabe unterstützen. Erarbeitet werden diese vom Pädagogischen Institut (PI) des Referats für Bildung und Sport der Landeshauptstadt München und anderen freien Trägern des Münchner Netzwerks Medienkompetenz "Inter@ktiv". Bisher liegen vor:


Radio machen

Eine Audio-Karte der Stadt.
Eine Audio-Karte der Stadt.

Mit München hören präsentieren Schülerinnen und Schüler ihr München: Mit Mikro und Aufnahmegerät begeben sie sich auf die Suche nach interessanten Menschen und Geschichten ihres Stadtteils. Ihre Entdeckungen, Begegnungen und Tipps erzählen sie in kurzen Hörstücken und produzieren eigene Audioguides, aus denen eine hörbare Karte der Stadt entsteht. München hören ist ein Projekt von Bayerischem Rundfunk und dem Pädagogischen Institut.


Kelly Sutton und der "Cult of Less"

Das Internet bringt ja so manche kuriose Gestalt mit sich und mehr als ein Trend hatte in den letzten Jahren seinen Ursprung im Netz – von Justin Bieber über spontane „Facebook“-Geburtstagspartys, die dank der seinerzeit noch unzureichenden Standardeinstellungen schnell mal zur Massenveranstaltung wurden, bis hin zum „Gangnam“-Style.

Kelly Sutton passt da gut in das Bild einer sich rapide wandelnden (Medien-)Gesellschaft. Sein Prinzip ist der „cult of less“. „Is it possible to own nothing?“ fragt er sich auf seiner ebenfalls absolut minimalistischen Homepage, deren aktuelles Erscheinungsbild den Besucher schlagartig in die Anfänge des Internets in den 90er Jahren zurückversetzt. Das Ziel von Sutton ist es, sein Hab und Gut in nicht mehr als zwei Taschen und zwei Kisten verstauen zu können – was zu groß oder zu schwer ist, wird per Internet verschenkt oder verkauft. Sein gesamtes Inventar postet der Amerikaner auf seiner Homepage, auf der man auch seine aktuellen Verkaufserfolge nachvollziehen kann. Selbst der BBC war diese spektakuläre Geschichte bereits einen Bericht wert.

Außer seinem iPad, einem Kindle, seinem Laptop und einer externen Festplatte besitzt Sutton mittlerweile so gut wie nichts mehr – seine gesamten Besitztümer haben einen materiellen Gegenwert von nicht einmal 3000 $. Sein Leben hat der Amerikaner dazu zu großen Teilen in die „Cloud“ verlegt – seine Musik verwaltet er mit iTunes, bei Flickr hat er sich ein komplettes Bildarchiv angelegt, Kontakt zu Freunden hält er vorwiegend über Facebook und Skype und GoogleMaps ersetzt jede Form von Offline-Reiseplanung.

Zwar ist die Deadline, die Sutton sich ursprünglich gesetzt hatte, bereits abgelaufen, doch der Trend dieses neuen Lebensstils dauert an. Er selbst lebt noch immer im selbst verordneten Minimalismus und Nachahmer gibt es bereits – etwa Jessica, eine äußerst minimalistisch lebende Studentin. Auch die Schweizerin Karin Friedli dokumentiert ein interessantes Projekt auf ihrem Blog. Sie hat es sich zum Ziel gesetzt, ein Jahr lang jeden Tag einen Gegenstand aus ihrer Wohnung zu verkaufen – 322 Tage hat sie aktuell schon erfolgreich hinter sich gebracht.

Insgesamt ist es der Trend sicherlich auf jeden Fall wert, im Unterricht thematisiert zu werden. Prädestiniert hierfür wäre natürlich beispielsweise der Ethikunterricht. Man könnte „The Cult of Less“ beispielsweise einbetten in Sequenzen zur Identitätsfindung (Wer bin ich?, Ich und Andere, Rollenbilder in der Gesellschaft, gesellschaftliche Randgruppen) oder auch zur Gesellschaftskritik (Konsumgesellschaft, Mediengesellschaft). Mit vergleichsweise wenig Aufwand ließe sich auch ein kleines Projekt realisieren, in dem jeder Schüler beispielsweise vier oder fünf Ethik-Unterrichtsstunden lang jeweils einen Gegenstand aus seinem Zimmer mitbringen muss, den er zu verkaufen bereit ist. Innerhalb von zwei oder drei Wochen haben Sie so bei einer mittelgroßen Klasse ein Inventar von schätzungsweise 30-50 Gegenständen, die Sie dann gemeinsam bei einem Unterrichtsgang an einen belebten außerschulischen Lernort in der Umgebung Ihrer Schule verkaufen könnten. Somit hätten Sie dann auch den Bezug zu wirtschaftlichen Fächern (Geld und Wert des Geldes, Angebot und Nachfrage, …) sowie zu Deutsch (Verkaufsgespräch, adressatenbezogenes Reden, Argumentieren, …). Wenn Sie mutig sind, können Sie im Sinne einer Binnendifferenzierung auch die stärkste Gruppe Ihrer Klasse Verkaufsgespräche auf Englisch oder in einer anderen Sprache führen lassen. Abschließend könnten Sie dann gemeinsam über den erzielten Verkaufspreis diskutieren sowie noch einmal die gesamte Idee des „Cults of Less“ Revue passieren lassen.


"'Abgedreht' - Die Klasse als Filmteam. Ein Leitfaden für den Deutschunterricht"

Das Goethe-Institut stellt Ihnen "'Abgedreht' - Die Klasse als Filmteam" vor. Dies ist ein sehr gelungenes und hilfreiches Handbuch im pfd-Format, das Lehrkräfte anleitet, wie sie mit ihren Schülern ein eigenes Filmprojekt durchführen können. 

Über Vorarbeiten, Themenfindung, Drehbuch-Erstellung hin zu Dreharbeiten und Filmschnitt erhalten Sie Schritt für Schritt Anleitungen und Tipps zu den einzelnen Projektphasen. Im Anhang werden nützliche Arbeitsblätter zur Verfügung gestellt.

Ursprünglich richtete sich der Leitfaden des Goethe-Instituts vor allem an Deutschlehrer für Deutsch als Fremdsprache. Gleichermaßen kann er aber auch wunderbar im regulären Deutschunterricht oder auch fächerübergreifend für Filmprojekte Anwendung finden.